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22.03.13 Implantate

Interview Dr. Zastrow: Zahnimplantate kritisch hinterfragt

Zahnimplantat-Behanlung

Zahnimplantate sind in aller Munde

nicht nur im sprichwörtlichen Sinne! Die Stecklinge, wie sie sich aus dem lateinischen Begriff „plata“ abgeleitet nennen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Ihr Erfolg spiegelt sich sowohl in einer gestiegenen Anzahl an Implantationen als auch in einer zunehmenden Zahl an spezialisierten Implantologen in Deutschland wider.

Herr Dr. Zastrow, worin sehen Sie die Vorteile eines Zahnimplantats?

Ein wesentlicher Vorteil von Zahnimplantaten ist, dass sie dem natürlichen Zahn sehr ähnlich sind. Für ein unbeschwertes „Mundgefühl“ ist es wichtig, dass sich der Patient beim Kauen nicht eingeschränkt fühlt und dass der Zahnersatz als solcher nicht erkennbar ist. Diese Anforderungen erfüllt die moderne Implantattechnik besonders gut. Bei Totalprothesen im Oberkiefer zum Beispiel wird oft der Kunststoff am Gaumen als störend empfunden, genauso wird häufig über eine eingeschränkte Geschmacksempfindung geklagt – diese Probleme gehören nach einer implantologischen Versorgung der Vergangenheit an!

Weitere Vorteile von Implantaten sind, dass der Zahnersatz auch bei zahnlosen Kiefern oder bei Patienten mit nur noch wenigen Zähnen wieder fest verankert werden kann. Oder auch, dass im Gegensatz zu einer Brücke, bei der die kostbaren Nachbarzähne beschliffen werden müssten, diese bei einer Implantation „in Ruhe gelassen werden können“.

Erhält das Implantat den Kieferknochen genauso gut wie der natürliche Zahn?

Hierzu muss ich kurz erklären, dass der Kieferknochen im weitesten Sinne vergleichbar mit einem trainierten Muskel ist. Hört man auf, zu trainieren, kann er sich aufgrund der fehlenden funktionellen Belastung wieder zurückbilden. Ähnlich verhält es sich mit dem Kieferknochen. Fehlt die Beanspruchung durch das Kauen, wenn beispielsweise ein Zahn ausgefallen ist, kommt es unweigerlich zu Knochenschwund. Implantate bringen diese Kaubelastung wie bei einem natürlichen Zahn wieder zurück in den Knochen, wodurch der Knochen stabil gehalten werden kann.

Zu welchen Schwierigkeiten kann es bei einer Implantation kommen und wie beugen Sie dem vor?

Das Setzen von Implantaten zählt zu den risikoarmen Eingriffen. Es kommt selten zu Verletzungen z. B. der Nachbarzähne oder des Kieferknochens. Als Oralchirurg mit mehrjähriger chirurgischer Ausbildung und durch meine Zeit als Oberarzt in einer renommierten Implantologieklinik weiß ich, dass die meisten Eingriffe stark von der angewandten Operationsmethode und größtenteils von der Erfahrung des Implantologen abhängen. Es gilt also, den behandelnden Implantologen mit Bedacht auszuwählen, denn ein guter Implantologe zeichnet sich auch durch die Beherrschung möglicher Komplikationen aus.

Ein Großteil der Schwierigkeiten kann durch eine gute Diagnostik und Planung bereits im Vorfeld des Eingriffs vermieden werden. Hier empfehle ich den Einsatz von dreidimensionalen Röntgenverfahren, um zu einem bestmöglichen Gelingen beizutragen.

Wie lange können Implantate im Kiefer verbleiben?

Bei korrekter Durchführung der Behandlung hat ein Implantat gute Chancen, vergleichbar mit einem natürlichen Zahn, bis ins hohe Alter im Mund zu verbleiben. Durch Krankheiten wie Diabetes oder in Folge einer Chemotherapie und einem hiermit einhergehenden Verlust an Knochensubstanz kann allerdings auch ein Implantat, ebenso wie ein natürlicher Zahn, verloren gehen.

Herr Dr. Frank Zastrow, vielen Dank für das interessante und informative Interview!

 

Wenn Sie sich für Ihre Implantatplanung über Knochenaufbau oder die Methode des Sinuslift informieren möchten, finden Sie weitere Informationen in unserem weiterführenden Interview mit Dr. Zastrow aus Wielsoch.




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Dr. med. dent. Frank Zastrow, Wiesloch
22.03.2013, 12:13
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