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03.04.13 Kieferknochen

Interview Dr. Zastrow: Knochenaufbau und Sinuslift

Zahnimplantat-Sinuslift

Damit ein Zahnimplantat erfolgreich gesetzt werden kann, muss zunächst genügend Knochensubstanz vorhanden sein. Oft kommt es vor, dass mehr oder weniger Knochen fehlt. Wenn keine ausreichende Basis zur Verankerung der künstlichen Zahnwurzel gegeben ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen wieder aufzubauen. Eine der Möglichkeiten ist der sogenannte Sinuslift.

Herr Dr. Zastrow, könnten Sie uns das Verfahren zum Knochenaufbau bitte kurz erläutern?

Der Sinuslift ist ein noch recht junges Verfahren zum Aufbau des Oberkieferknochens. Es kommt bei Patienten zum Einsatz, deren Knochenschwund im Bereich des Oberkiefers so weit vorangeschritten ist, dass die Restknochenhöhe nicht ausreicht, um Implantate darin sicher zu inserieren. Das Implantat könnte in die darüber liegende Kieferhöhle durchdringen und quasi „in der Luft stehen“. Um mehr Knochenhöhe zu gewinnen, gibt es verschiedene Methoden des Sinuslifts. Laienhaft zusammengefasst wird der Kieferhöhlenboden vom Mundraum aus vorsichtig angehoben (die Kieferhöhle verkleinert sich dadurch ein klein wenig), um anschließend in den neu gewonnen Raum Knochenmaterial einzubringen. Innerhalb weniger Wochen bildet sich hieraus neues, festes Knochenmaterial. Je nach Ausgangssituation besteht sogar die Möglichkeit, das Implantat direkt nach Durchführung des Sinuslifts, in dem neu aufgebauten Kieferknochen zu verankern.

Wann empfehlen Sie als Implantologe, einen Sinuslift durchzuführen?

Der Sinuslift ist eine Art des Knochenaufbaus im Bereich des seitlichen Oberkiefers. Er wird dann durchgeführt, wenn wie soeben beschrieben, der Knochen unter der Kieferhöhle nicht mehr ausreichend ist. Der Knochen wird durch dieses Verfahren so weit verbreitert, dass ein Implantat mit einem ausreichenden Durchmesser und einer ausreichenden Länge inseriert werden kann, um den starken Kaubelastungen in diesem Bereich auch viele Jahre zu widerstehen – Nachhaltigkeit ist an dieser Stelle sicherlich ein gutes Stichwort. Die häufige Alternative, kurze oder dünne „Nadelimplantate“ zu setzen halte ich für sehr fraglich. Oft kommt es hier zu späteren Frakturen oder Implantatverlusten.

Welche Substanzen werden von Ihnen für den Knochenaufbau eingesetzt?

Durch meine langjährige Klinikzeit, in der wir viele Patienten aus ganz Deutschland mit extrem wenig Kieferkammknochen behandelt haben, weiß ich, dass die Art des Knochenaufbaus eine entscheidende Rolle für den späteren implantologischen Erfolg darstellt. Durch den Kontakt zu anderen führenden Implantologen bin ich vertraut mit den heutigen modernen Operationsmethoden. Eine einheitliche Meinung findet sich hier, dass der „Goldstandard“ nach wie vor der körpereigene Knochen ist. Das Regenerationspotential ist vielfach besser, als es mit „Pulvern“ oder „Biomasse aus der Dose“ zu erreichen ist. Diese Materialien sind zwar sicherlich einfacher einzubringen, doch sie sind in ihrer vitalen Potenz dem eigenen Knochen bei weitem unterlegen. Wie in vielen anderen Bereichen ist nun mal auch hier „der einfachste Weg nicht immer der beste Weg“. Daher gibt es für mich zum „Goldstandard“ keine Alternative und ich freue mich, auch Patienten mit großen Knochendefekten mit diesem sehr vorhersagbaren Konzept behandeln zu können, die teilweise schon die Hoffnung aufgegeben haben, wieder „feste Zähne“ zu bekommen.

Wie schnell kann ein Patient wieder „normal kauen“?

Das hängt von der individuellen Situation im Mund des Patienten ab. Im Normalfall braucht ein Implantat eine Einheilzeit von ca. 3 Monaten. Im Anschluss wird das Implantat, ähnlich einem natürlichen Zahn „abgeformt“ und im Labor die passende Krone hergestellt. Nach diesem letzten Schritt kann der Patient wieder unter voller Belastung „normal kauen“.

Herr Dr. Frank Zastrow, wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre anschaulichen Ausführungen zum Thema Sinuslift!




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Dr. med. dent. Frank Zastrow, Wiesloch
03.04.2013, 11:07
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