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21.12.11 Parodontose

Interview Dr. Bäumer: Lasergestützte Parodontosetherapie

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnfleischs. Sie wird von Bakterien hervorgerufen, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch festsetzen. Der Körper bildet Enzyme, um diese Bakterien zu bekämpfen. Die Enzyme greifen aber nicht nur die Bakterien an, sondern auch das eigene Bindegewebe und den Kieferknochen. Die Reaktionen des eigenen Körpers auf die Bakterien sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Rückgang des Zahnfleischs, Lockerung der Zähne bis hin zum Zahnverlust. Rechtzeitig behandelt kann der Patient in vielen Fällen vor dem Zahnverlust bewahrt werden.

Dr. Bäumer, welche Ursachen kann eine Parodontose haben?
Zum einen kann die Parodontose durch erblich bedingte Faktoren verstärkt auftreten, zum anderen hängt sie immer mit der Bakterienart im Mund des Patienten zusammen. Besonders bei der erblich verstärkten Form der Parodontose ist es wichtig, die Vorsorgeintervalle zu verkürzen. Der Patient sollte mehrmals im Jahr den Zahnarzt aufsuchen und häufiger eine Zahnreinigung durchführen lassen.

Wie stellen Sie fest, ob ein Patient an einer vererbten Parodontose leidet?
Wir führen in unserer Praxis einen Gentest durch. Der Patient gibt eine Speichelprobe ab, diese wird im Labor analysiert und nach zwei Tagen können wir dem Patienten mitteilen, ob er zu der Gruppe der erblich vorbelasteten Patienten gehört.

Wie kann man der Parodontose vorbeugen?
Zuhause kann der Patient durch eine regelmäßige und gründliche Mundhygiene einer Parodontose vorbeugen. Zusätzlich sind professionelle Zahnreinigungen, die vom Zahnarzt durchgeführt werden, nötig. Damit kann man das Risiko, an einer Parodontose zu erkranken, deutlich verringern.

Welche Altersgruppe ist besonders von dieser Krankheit betroffen?
Eigentlich tritt die Krankheit frühstens ab einem Alter von 18 Jahren auf. Die Parodontose ist bis ins hohe Alter eine häufig auftretende Krankheit. Es gibt jedoch keine bestimmte Altersgruppe, die überdurchschnittlich stark von dieser Krankheit betroffen ist.

Wie stellen Sie den Grad der Erkrankung beim Patienten fest?
Hier kommen verschiedene Möglichkeiten zum Einsatz. In unserer Praxis wird sowohl die Taschenmessung durchgeführt, als auch bakteriologische Tests.

Wie werden diese bakteriologischen Tests durchgeführt?
Aus der Tasche zwischen Zahn und Zahnfleisch wird eine kleine Probe entnommen. Diese Entnahme ist für den Patienten völlig schmerzfrei. Die Probe wird dann an unser Labor gesendet und analysiert. Somit stellen wir fest, welche Bakterienarten in welcher Menge enthalten sind.

Welche unterschiedlichen Methoden gibt es zur Behandlung von Parodontose?
Wir beginnen mit einer gründlichen Zahnreinigung unterhalb des Zahnfleisches. Dies wird Curettage genannt. Die Zähne werden hierbei nicht nur im sichtbaren Bereich gesäubert, sondern auch im nicht sichtbaren Bereich unterhalb des Zahnfleischrandes. Hierfür werden speziell ausgebildete Mitarbeiter in unserer Praxis eingesetzt. Nach diesem ersten Schritt werden dann die Taschen mit einem so genannten ADPT-Verfahren (antimikrobielle dynamische Phototherapie) gesäubert. Bei diesem Verfahren wird eine Flüssigkeit in die Taschen gegeben und mit einem Laser aktiviert. Somit werden die Bakterien in großer Zahl abgetötet. In einem abschließenden Schritt werden dann die zerstörten Bakterien aus den Taschen herausgespült.

Wie schmerzhaft ist diese Behandlung für den Patienten?
Die Behandlung mit dem Laser ist völlig schmerzfrei, es entsteht bei diesem Vorgang auch keine Hitze. Der Reinigungsvorgang hingegen kann für den Patienten unangenehm sein. Daher werden in einigen Fällen die Patienten örtlich betäubt.

Wie lange dauert denn eine Parodontose-Behandlung nach diesem Verfahren?
Pro Zahn benötigt der Zahnarzt etwa 5 bis 10 Minuten. In den meisten Fällen reicht eine Sitzung aus. In seltenen Fällen wird eine zweite Behandlung nach sechs Wochen durchgeführt.

Sind in den nächsten Jahren große technische Fortschritte auf diesem Gebiet zu erwarten?
Große technische Entwicklungen sind auf diesem Gebiet eher nicht zu erwarten. Die bestehende Technik ist sehr gut ausgereift, so dass die Bakterien in großer Zahl abgetötet werden können. Das A und O bleibt dabei die Mundhygiene. Der Patient, der unter einer Parodontose leidet, sollte regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, denn ein sauberer Zahn wird nicht krank.

Wie erfolgversprechend ist eine Parodontose-Behandlung?
Wenn der Patient eine Parodontose-Behandlung hat durchführen lassen und danach penibel auf seine Mundhygiene achtet, ist die Behandlung sehr erfolgversprechend. Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Unter die sogenannten Risikopatienten können beispielsweise Diabetiker fallen, deren Blutzucker nicht optimal eingestellt ist.

Übernehmen die Krankenkassen die Zahnreinigung, wenn sie aufgrund einer Parodontose-Erkrankung durchgeführt wird?
Nein, die Zahnreinigung wird auch in diesem Fall nicht übernommen.

Wie sieht es mit der Parodontose-Behandlung aus? Wird diese von den Krankenkassen übernommen?
Die Behandlung nach dem klassischen Verfahren wird übernommen. Die Behandlung mit dem Laser hingegen muss der Patient privat zahlen. Eine Laserbehandlung kostet etwa 50 - 60 Euro pro Zahn.

 

 




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zum Experten-Portfolo
Dr. med. dent. Uwe Richter
19.01.2012, 10:54
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